Unser Hotel, das Candlewood Suites, war sehr ringhörig. Wir hörten jeden Schritt unserer Nachbarn im oberen Stock und waren entsprechend früh wach. Da bei dieser Kette kein Frühstück inbegriffen ist, fuhren wir zu Cracker Barrel und bestelltenuns einen wunderbaren French Toast, Oatmeal und Joghurt mit Granola.

Heute stand das Highlight dieser Reise auf dem Plan - die Niagara Fälle. Wir verliessen Horseheads, NY, auf der I-86 und folgten dem Highway für knapp 100 Meilen. Aufgrund der grünen Punkten im Rand McNally verliessen wir bei Hinsdale, NY, die Autobahn und wechselten auf die NY 16 Richtung Norden. Wir fuhren an vielen Wäldern und einigen Orten vorbei, welche unterschiedlich gepflegt schienen. Wieso genau diese Strecke im Rand McNally mit grünen Punkten als besonders pittoresk gekennzeichnet wird war jetzt nicht gerade offensichtlich, aber was soll's, wir hatten ja Zeit.

Kurz vor East Aurora, NY, wechselten wir auf den Aurora Expressway und folgten diesem bis zur I-190, welche uns nach Buffalo, NY, führte. Nur wenige Minuten später verliessen wir die USA und stellten uns den Fragen der kanadischen Einreisebehörde. Seit August 2015 benötigt man übrigens für die Einreise nach Kanada ebenfalls eine electronic Travel Authorization (kurz eTA), jedoch nur, wenn man direkt nach Kanada fliegt. Da wir bereits die amerikanische ESTA haben und mit dem Auto aus den USA einreisten, konnten wir uns die 7 CAD sparen. Neben dem Reisegrund mussten wir dem Officer auch die Aufenthaltsdauer angeben. Danach wollte er noch einen Bick auf die Rücksitze unseres Mietwagens werfen und liess uns anschliessend einreisen - Willkommen in Kanada. 

Wir fuhren auf dem Queen Elizabeth Way bis nach Niagara Falls, ON, und nahmen die Ausfahrt McLeod Road. Wir hatten langsam Hunger und schauten uns nach einem Restaurant um. Und siehe da... die einzige Alternative, welche wir auf Anhieb sahen, war ein McDonald's. Na ja, warum auch nicht - bis jetzt waren wir in jedem Urlaub einmal bei McDonald's, und das war ja schliesslich sogar ein kanadischer :-) Wir bestellten uns Burger mit Pommes und Salat und tatsächlich, es schmeckte wie zuhause.

Nach dem feudalen Mittagessen machten wir einen Abstecher in den benachbarten Walmart, welcher sich nur geringfügig von der amerikanischen Version unterscheidet… nur die Preise sind etwas höher. Nach dieser Erkenntnis machten wir uns auf den Weg zur 13 km entfernten Outlet Collection at Niagara. Das Outlet Center begrüsste uns mit einem einladenden Food-Court, in welchem wir uns ein Frozen Yogurt gönnten. Das Center selber bietet viele der üblichen Marken wie Michael Kors, Old Navy, Kate Spade, Banana Republic, Calvin Klein, Coach, GAP oder Guess. Ausserdem gibt es einen SAKS Off 5th Avenue und den Markendiscounter Marshalls

Nach einer Runde durch das Center mit einer bescheidenen Ausbeute machten wir uns auf den Weg zurück nach Niagara Falls, ON. Dank Navigationsgerät fanden wir unser gebuchtes Hotel Marriott Fallsview Hotel & Spa auf Anhieb. Wir suchten jedoch vergebens nach einem Hotel-Parkplatz. Vor dem Hotel gab es nur einen Platz für Valet Parking. Der Parkservice erklärte uns auf unsere Nachfrage, dass es drei Blocks weiter eine Self-Parking-Möglichkeit gibt, diese jedoch wie das Valet Parking 40 CAD pro Tag plus Taxen kostete. Bei diesen Preisen für's Parkieren relativierte sich der eher günstige Zimmerpreis schnell wieder. Nun ja, wir gaben also dem uniformierten Herrn wohl oder übel unseren Autoschlüssel und erhielten dafür eine Nummer. Mit unserem Gepäck machten wir uns auf den Weg zum Check-in. Wir hatten ein Zimmer mit Aussicht auf die Fälle gebucht und waren schon sehr gespannt. Als wir die Lobby betraten blieben wir jedoch zuerst einmal staunend stehen...  bereits von hier aus sieht man direkt auf die Niagara Fälle - und da wir diese zum ersten Mal live sahen waren wir von den Dimension doch sehr beeindruckt. 

Das Hotel verlangte eine sogenannte destination fee in der Höhe von CAD 12.95 pro Tag. In dieser, sonst vor allem in den Resorts von Las Vegas, NV, bekannten Gebühr, war das WLAN, eine Weinprobe, ein Restaurantcoupon und 2 Bus- Billette inbegriffen. Wir bekamen deshalb beim Einchecken mehrere Zettel und Informationen in die Hand gedrückt. Als wir dann die Türe unseres Zimmers öffneten, war die Aussicht tatsächlich fantastisch. Wir hatten ein grosses Fenster mit direkter Sicht auf die Horseshoe Falls und wenn wir ganz vorne standen, sahen wir auch die amerikanischen Fälle. Das Zimmer selber war jetzt nicht wirklich was besonderes - aber wer schaut bei diesem Panorama schon auf das Zimmer :-)

Natürlich wollten wir die Fälle gleich aus der Nähe anschauen. Direkt neben unserem Hotel hatte es einen Durchgang, welcher uns über eine Fussgänger-überführung zur Niagara Parks Incline Railway brachte.  Die Standseilbahn bringt Besucher aus dem Fallsview Bereich innert Minuten für CAD 2.43 plus Taxen zum Table Rock Visitor Center. In diesem Visitor Center können verschiedene Tickets und Packages für allerlei Attraktionen rund um die Fälle gekauft werden. Die Rolltreppe führte uns in das untere Stockwerk und direkt vor die rauschenden Horseshoe Falls. Hier donnern tagsüber mindestens 2'832 m3 Wasser pro Sekunde die 57 Meter in die Tiefe. In der Nacht wird diese Wassermenge um die Hälfte gedrosselt und für die Stromgewinnung verwendet. Die 670 Meter breiten hufeisenförmigen Fälle liegen sowohl in den USA wie auch in Kanada. 

Unten im Wassernebel sahen wir Ausflugsboote welche gegen die stürmischen Gegebenheiten ankämpften. Schnell war uns klar, dass wir morgen auch eine solche Bootsfahrt machen wollten... und da wir auf der kanadischen Seite her einsteigen wollten konnten wir uns bereits jetzt auf die roten Pelerinen freuen. Die amerikanischen Boote verteilten nämlich hübsche blauen Regencapes :-) Wir spazierten bis zur Bootsanlegestelle und sahen uns dabei die American Falls und die schmaleren Bridal Veil Falls an. Beide Fälle liegen komplett auf der amerikanischen Seite und sind 260 Meter breit. Sie stürzen jedoch aufgrund ihrer eher geraden Form weit weniger spektakulär in die Tiefe. Im Gegensatz zu den Horseshoe Falls gibt es hier jedoch einen Felsvorsprung, auf welches die Wassermassen auftreffen. 

Nachdem wir uns über die Preise und Abfahrtzeiten der Boote informiert hatten, machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Wir hatten langsam Hunger und schauten uns deshalb nach einem Restaurant um. In unserem Hotel gab es zwar das Morton's Grille Steakhouse, die Preise waren jedoch hoch. Wir schauten deshalb in der näheren Umgebung und wurden in einem Nachbarhotel fündig. Dort gab es einen T.G.I. Friday und wir studierten die am Eingang ausgehängte Speisekarte. Es hätte uns bereits zu diesem Zeitpunkt verdächtig vorkommen müssen, dass auf dieser Speisekarte keine Preise zu sehen waren. Es war nicht viel los und so bekamen wir sofort einen netten Tisch im vorderen Restaurantbereich. Als wir dann die richtige Speisekarte in den Händen hielten, mussten wir gleich zweimal hinschauen. Die Preise waren im Vergleich mit den amerikanischen Pendants utopisch hoch. Natürlich waren sie in CAD, doch auch in USD umgerechnet waren sie hoch. Wir bestellten uns zweimal Faijtas und zwei Getränke und erhielten das Essen auf einem Metallturm serviert. Auch wenn die paar Teigfladen gut schmeckten schluckten wir doch noch einmal, als wir am Schluss dafür CAD 94 bezahlen mussten. Neben den offiziellen Steuern und dem Trinkgeld wurde auf der Rechnung eine NFDF-Gebühr von 8% erhoben. Diese von Niagara Falls erfundene Gebühr heisst ausformuliert Niagara Falls destination fees und fliesst in einen Marketing- bzw. Tourismus-Fonds. Wenn man diese im Internet sucht findet man vor allem Berichte von verärgerten Besuchern und es ist nicht wirklich klar, ob sie bezahlt werden muss oder ob man sie auch streichen lassen kann.

Im Hotelzimmer zurück genossen wir auf den Stühlen vor dem Fenster unseren Ausblick. Die Wasserfälle werden täglich nach Einbruch der Dunkelheit in wechselnden Farben beleuchtet. Ausserdem gibt es regelmässig ein Feuerwerk. Es ist verständlich, dass diese Aktivitäten Geld kosten und diese vermutlich mit der NFDF bezahlt werden. Einige übersetzten diese Gebühr ja auch mit Niagara Fall daily fireworks…. Nur leider waren wir genau an den beiden Tagen in der Woche hier, an welchem kein Feuerwerk stattfindet. Und als es Nachtwurde, machte es zuerst ganz den Anschein, als ob nicht einmal die Beleuchtung eingeschaltet wird. Zuerst kam gar nichts... dann irgendwann nur weisses Licht und tataaaaa - nach rund einer Stunde Wartezeit leuchteten die Fälle endlich in allen möglichen Farben.

Hotel:   Marriott Fallsview Hotel & Spa, 6740 Fallsview Boulevard, Niagara Falls, ON L2G 3W6, Canada
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              Gebucht bei www.marriott.de bzw. www.marriott.com/hotel-discount/aaa.mi mit AAA-Rabatt
              Mitglieder bei Marriott Rewards können pro ausgegebenen USD eine Miles & More-Flugmeile sammeln.

Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe des Hotels:   Walmart (2,4 Meilen), Canada One Factory Outlet (3,6 Meilen), Outlet Collection at Niagara (8,6 Meilen)

Restaurant:   Cracker Barrel, 1740 Old Country Route 64, Horseheads, NY 14845 (Frühstück)
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                        McDonald's, 7275 Oakwood Drive, Niagara Falls, ON L2E 6S5 (Mittagessen)
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                        T.G.I. Friday's, 6700 Fallsview Boulevard, Niagara Falls, ON L2G3W6, Canada (Abendessen)
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