Da bei unserer gebuchten Rate in der Hacienda del Sol das Frühstück nicht inbegriffen ist, fuhren wir zu einem Starbucks um einen Kaffee zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Danach durchquerten wir Tucson, AZ, und fuhren an der Davis-Monthan Air Force Base vorbei. Der Stützpunkt ist vor alle wegen der benachbarten 309th Aerospace Maintenance and Regener-ation Group bekannt. Auf einer Fläche von mehr als 10,5 km2 sind hier rund 4000 Flugzeuge und andere Flugkörper gelagert. Je nach Flugzeugtyp werden diese ausgeschlachtet und verwertet, zerstört oder konserviert, um sie später wieder nutzen zu können. 

Wir fuhren also mehre Kilometer an stehenden Flugzeugen vorbei und bogen kurz danach auf die I-10 Richtung Osten ab. Nach etwa 25 Minuten tauchten auf der rechten Seite unzählige parkierte Lokomotiven auf. Anscheinend nutzt auch Union Pacific das trockene Wüstenklima um die nicht benötigten Fahrzeuge zu lagern. 

Wir verliessen den Highway 10 an der Ausfahrt 303 bei Benson, AZ, um der AZ-80 nach Tombstone, AZ, zu folgen. Die alte Westernstadt in der Nähe der mexi-kanischen Grenze wurde 1879 gegründet da hier ein Jahr zuvor eine Silberlagerstätte gefunden wurde. In ihrer Blütezeit hatte die Stadt 15.000 Einwohner - heute sind es noch rund 1'600... und diese verdienen ihr Geld hauptsächlich mit Touristen.

Als wir nach einer halben Stunde Tombstone, AZ, erreichen, liessen wir unser Auto auf einem öffentlichen Parkplatz stehen und gingen ein paar Schritte zur alten Hauptstrasse Allen Street. Die Strasse ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt, kann aber auf Wunsch per Pferdekutsche erkundet werden. Aber auch zu Fuss gibt es vieles zu entdecken. In den historischen oder nachgebauten Gebäuden sind diverse Shops und Saloons untergebracht. Als wir an einem alten Fotostudio vorbei kamen, konnten wir es uns nicht verkneifen, ein Westernfoto von uns machen zu lassen. Das Ergebnis war eher mittelmässig bis peinlich, unsere Eltern freuten sich jedoch nach unserer Rückkehr über ihre Abzüge :-)

Nach dieser Anstrengung brauchten wir dringend eine Stärkung und so betraten wir das älteste, dauernd betriebene Restaurant in Tombstone -  The Longhorn Restaurant. Da der vordere Raum bereits gut gefüllt war gingen wir direkt in den hinteren Speisesaal. Wie in Amerika üblich hatte dieser keine Fenster dafür um so mehr bunte Wandbilder. Überraschenderweise gab es hier sogar eine deutsche Speisekarte. Wir bestellten uns gefüllte Kartoffelschalen zur Vorspeise, ein herzhaftes Chili zum Hauptgang und einen warmen Apfelkuchen mit Vanilleeis zum Nachtisch - alles reichlich und gut. 

Als wir das Restaurant verlassen ziehen vier dunkle Gestalten an uns vorbei. Wie zu Zeiten von Wyatt Earp, den Clantons und McLaurys bahnte sich eine wilde Schiesserei an -  also schnell in Deckung. Wir machten uns aus dem Staub und gingen zu unserem Auto zurück um einen alten Friedhof vor der Stadt anzu-schauen. Boothill Graveyard  existiert seit 1878 und hiess ursprünglich City Cementery und danach Old Cementery. In den 1920er-Jahre verfiel der Friedhof zusehends und viele Grabsteine gingen verloren und wurden unleserlich. Eine Gruppe von Einwohnern begann zu diesem Zeitpunkt über eine lange Zeit hinweg mit Hilfe von alten Dokumenten, Bewohnern und noch lebenden Verwandten die Daten wieder zusammen zu tragen und die Grabsteine neu zu beschriften.  Diese Grabsteine mit den teilweise schrägen Sprüchen können heute besichtigt werden, der Eintritt kostet 3 USD pro Person.

Auf unserem Weg zurück nach Benson, AZ, wurden wir von der US Border Patrol angehalten und mussten unsere Ausweise und unser Auto zeigen. Nach einem Check konnten wir weiterfahren und erreichten bald darauf die I-10, welcher wir für viele Meilen durch die Wüste folgten. Die einzige Abwechslung in der kargen Landschaft aus Sand, Steinen und einige Kakteen waren die gelb-violetten Werbeschilder für einen Souvenirshop The Thing?, welcher viele Meilen später folgte. Mit eiserner Hartnäckigkeit tauchten die Tafeln im Abstand von einigen Meilen am Strassenrand auf und versprachen neben einem Wahnsinns-Shopping-Erlebnis auch einen unvergesslichen Museumsbesuch und den absoluten Gaumenschmaus. Wir waren also gespannt und verliessen den Highway an der Ausfahrt 322 um The Thing? hautnah zu erleben. Der Souvenirshop war nicht schlecht, ausserdem gab es einen Dairy Queen und eine Tankstelle. Auf einen Besuch des Museums, in welchem The Thing? ausgestellt war, verzichten wir trotz des tiefen Eintrittspreises von 1 USD... und irgendwie haben wir noch heute das Gefühl, dass wir verpasst haben ;-)

Auf den restlichen 90 Meilen gab es dann ausser Wüste tatsächlich nicht mehr viel zu sehen. Wir erreichten also unspektakulär unser Tagesziel Lordsburg in New Mexico. Wir wussten bereits vor der Ankunft, dass die Stadt mit knapp 3'000 Einwohnern kaum Verpflegungs- und Einkaufsmöglichkeiten hatte. Unser Hotel, das Hampton Inn, war nur weniger Meter von der Autobahn entfernt und wir bekamen ein grosses und schönes Zimmer. Nach dem Einchecken machten wir uns gleich auf die Suche nach dem Restaurant für das Abendessen. Unsere Fahrt durch den Ort zeigte deutlich, dass Lordsburg, NM, seine besten Zeiten hinter sich hatte. Viele Gebäude standen leer und verfielen zusehends. Lediglich der Feuerwerksladen auf der anderen Seite der Autobahn machte eine gepflegten Eindruck. Hätten wir unser Hotel nicht bereits vorgebucht und bezogen, wäre diese Stadt sicher nicht die erste Wahl für eine Übernachtung...

Wir hatten bereits vorgängig auf Tripadvisor die Restaurants angeschaut und aufgrund der Bewertungen Ramona's Cafe herausgesucht. Da es sehr unscheinbar und klein war fuhren wir beim ersten Anlauf daran vorbei. Von aussen wirkte es eher wie ein Hexenhäuschen und ehrlich gesagt, wären wir nicht hinein gegangen, wenn wir vorgängig nicht die Bewertungen gesehen hätten. Im Inneren gab es nur eine Handvoll Tische und es war erst ein Tisch besetzt. Wir bekamen zuerst einmal einen Korb mit Nachos und Salsa und die Speisekarte. Auf dieser gab es viele mexikanische Gerichte aber auch Burger und Sandwiches zu einem sehr bescheidenen Preis. Wir entschieden uns beide für etwas mexikanisches und dieses wurde schnell serviert. Optisch gab es vielleicht noch etwas Luft nach oben, geschmacklich war es jedoch sehr gut. In der Zwischenzeit waren auch alle Tische besetzt und wir wurden von dem älteren Paar am Nebentisch angesprochen, ob wir miteinander deutsch sprechen. Wir bejahten und sie wechselte zu Deutsch. Am starken Akzent merkten wir rasch, dass es sich nicht um Touristen handelte. Sie erzählte, dass sie Deutsche ist und vor über 50 Jahre der Liebe wegen nach New Mexico ausgewandert ist und nun hier in der Region wohnte. Sie war doch sehr erstaunt, dass sich Touristen hierher verirren :-) 

Bevor wir ins Hotel zurück fuhren machten wir noch einen Abstecher zu Family Dollar, einer der beiden Einkaufsmöglichkeiten im Ort. Wer diese Kette kennt, kann sich vorstellen, dass die Ausbeute eher bescheiden war. Wir stockten also nur unsere Getränkevorräte auf und gönnten uns für morgen eine neue CD...

Hotel:  Hampton Inn, 412 W. Wabash St., Lordsburg, NM 88045
             Bewertung bei Tripadvisor
             Gebucht bei www.hilton.de bzw. www.hilton.com/aaa mit AAA-Rabatt
             Mitglieder von Hilton HHoners können mit diesem Aufenthalt pro ausgegebenen USD mindestens 10 Punkte sammeln. Diese Punkte können ab 5.000
             Punkten im Verhältnis 8 : 1 in Miles & More-Flugmeilen getauscht werden können.

Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe des Hotels:   Family Dollar (0,5 Meilen), Dollar General (0,7 Meilen)

Restaurant:   Longhorn Restaurant, 501 E Allen Street, Tombstone, AZ 85638 (Mittagessen)
                        Bewertung bei Tripadvisor
                        Ramona's Cafe, 904 E. Motel Drive, Lordsburg, NM 88045 (Abendessen)
                        Bewertung bei Tripadvisor

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