Als wir aufwachten war der Himmel wieder strahlend blau und keine Wolke mehr zu sehen. Unser Tour in den Antelope Canyon stand also nichts mehr im Wege. Da wir die Mittagstour gebucht hatten, starteten wir gemütlich mit dem üblichen Hotelfrühstück in den Tag. Neben Frühstücksflocken und Joghurt gab es Bagels und Toast, welche wir sogar an einem Tisch im Freien geniessen konnten.

Bis zur Besammlung hatten wir noch massig Zeit und nutzten diese für einen Ausflug zum 2 Meilen entfernten Horseshoe Bend. Die hufeisen-förmige Schlaufe im Colorado River kann von einem Aussichtsplateau besichtigt werden, welche etwa ein Kilometer vom Besucher-Parkplatz entfernt ist. Die Mitnahme einer Flasche Wasser ist zu empfehlen, da es auf dem Rückweg stetig nach oben geht. Wir hatten die Wärme und die Höhenlage des Plateaus auf 1'300 Metern über Meer etwas unterschätzt und hatten nach der Rückkehr Probleme mit dem Kreislauf und mussten uns zuerst etwas in den Schatten legen und erholen.

Der Parkplatz und der Besuch des Aussichtsplateaus sind kostenlos. Bei der Jagd nach einem schönen Foto ist jedoch Vorsicht geboten da die Kanten der Felsen nicht abgesperrt sind und es mehrere hundert Meter in die Tiefe geht. Im November 2017 starteten jedoch die Bauarbeiten zu einer Absperrung, welche im 1. Quartal 2018 beendet werden sollen. Auf dem höchsten Punkt des Aussichtsplateaus sah man zwar nichts vom Horseshoe Bend, dafür musste man bis an die Kante gehen... in der Ferne jedoch sah man den Lake Powell und diesen wollten wir direkt anschliessend besuchen. 

Gesagt, getan - nachdem sich unser Kreislauf wieder erholt hatte fuhren wir rund 5 Meilen bis zum Glen Canyon Dam und überquerten die 216 Meter hohe Talsperre. Die Staumauer wurde zwischen 1956 und 1964 erbaut und ist die fünfthöchste Talsperre der USA. Sie staut den dahinter liegenden Lake Powell und macht diesen damit zum zweitgrössten Stausee in Amerika, direkt nach Lake Mead. Wir fuhren bis zum Wahweap Aussichtspunkt und hatten von dort einen schönen Ausblick auf den See. Auch hier sah man, wie schon am Lake Mead, einen breiten Streifen am Ufer. Diese wurden ebenfalls durch den tiefen Wasser-stand verursacht. Der See war 2001 das letzte Mal auf dem Maximal-Level, seit diesem Zeitpunkt sinkt der Pegel aufgrund fehlender Niederschläge und grosser Wasserentnahme stetig. Die Region rund um Lake Powell wurde 1972 zum über 5'000 km2 grossen Glen Canyon National Recreation Area ernannt. Der Eintritt in dieses Naherholungsgebiet kosten 25 USD pro Fahrzeug und gilt für 7 Tage. Mit dem America the Beautiful-Pass ist auch hier der Eintritt kostenlos.

Als nächster Punkt stand der Besuch des Antelope Canyons auf dem Plan. Der vom Antelope Creek gebildete Canyon ist in den Upper und Lower Antelope Canyon unterteilt und liegt im Navajo Nation Reservat. Die beiden Canyons können nur mit geführten Touren besichtigt werden und es stehen diverse Anbieter zur Auswahl. Eine Vorausbuchung der Tour ist zu empfehlen, wenn man zur Mittagszeit in den Upper Antelope Canyon möchte schon fast ein Muss. In den etwa 400 Meter lange Upper Antelope Canyon kann man bequem ebenerdig eintreten. Durch das atemberaubende Farbenspiel der Sonneneinstrahlung von oben um die Mittagszeit, den sogenannten Beams, ist er bei Fotografen sehr beliebt. Beim Lower Antelope Canyon erfolgt der Einstieg über Stahlleitern und -treppen. Da es hier weniger Sonneneinstrahlungen gibt, ist der untere Canyon weniger stark besucht.

Wir haben uns für die 90 minütige Sightseer's Tour zum Upper Antelope Canyon von Antelope Canyon Tours um 11.30 Uhr entschieden und mussten unsere vorbestellten Tickets bereits um 11.00 Uhr beim Tourbüro an der 22 South Lake Powell Boulevard bezahlen und abholen. Die Mittagstour kostete mit 58 USD pro Person zwar 13 USD mehr als die Touren zu anderen Tageszeiten, die Lichtverhältnisse am Mittag sollen dies aber anscheinend wieder wett machen. In dem Tourpreis inbegriffen sind die Fahrt zum Canyon und zurück, der Eintritt in den Navajo Park, eine geführte Tour zu Fuss durch den Canyon und die Steuern. Pünktlich um 11.30 Uhr ging unsere Tour im offen Bus los. Grosse Gepäckstücke, Selfiesticks und Stative mussten im Tourbüro oder im geparkten Auto zurückgelassen werden. Wir hatten deshalb nur eine Flasche Wasser und unsere Kamera mit genügend freiem Speicher dabei. Die Fahrt zum Canyon dauerte ca. 20 Minuten. Der Bus wurde vor nur wenige Meter vor dem Canyon-Eingang geparkt und wir folgten unserem Guide durch den schmalen Spalt in den Canyon. Wir erfuhren interessante Details über die Entstehung und Geschichte des Canyons und hatten immer wieder genügend Zeit um Foto zu machen. Unser Guide hatte eine kleine Schaufel dabei und zauberte so mit dem aufgeworfenen Sand schöne Effekte in den Beams. Ich glaube, ich hatte noch nie so etwas schönes, schon fast magisches wie das Farbenspiel in diesem Canyon gesehen. Wir gingen etwa eine viertel Meile durch den Canyon bis wir hinten raus kamen. Auch beim Rückweg hatten wir erneut genügend Zeit für weitere Fotos und unser Guide zeigte uns immer wieder schöne Fotomotive. Für alle, die noch mehr Zeit für Fotos und ihr Profi-Equipment mitnehmen möchten gibt es übrigens spezielle Fototouren. Kurz vor 13.00 Uhr waren wir wieder beim Tourbüro zurück und erklärten den Antelope Canyon bereits jetzt zum Highlight unseres Urlaubs.

Bereits bei unserer Rückfahrt mit dem Tourbus fiel uns eine BBQ-Restaurant in einer alten Tankstelle auf der rechten Strassenseite auf. Da wir langsam Hunger hatten entschieden wir uns, dort etwas zu essen. Big John's Texas BBQ hatte zwar einige Tische im Innern doch wir gingen sofort nach draussen unter das Tankstellen-Dach. Wir bestellten einen Sampler-Teller und eine BBQ-Nacho's mit Beef Brisket. Das Essen schmeckte wunderbar und die Bedienung war sehr freundlich. Zum Abschluss gönnten wir uns einen Früchte Cobbler mit Vanilleeis. 

Wir verliessen Page, AZ, am frühen Nachmittag auf der US-89 und folgten dieser für fast 90 Meilen. Nach rund 75 Minuten fuhren wir durch Kanab, UT. Die herausgeputzte Kleinstadt, welche im Jahr 1864 gegründet wurde, hatte einige Hotels und Restaurants zu bieten. Dies liegt vermutlich auch an der geografischen Lage der Stadt, da von hier aus mehrere Nationalpärke und National Monumente gut erreichbar sind.

Auch wir fuhren von Kanab, UT, direkt weiter zum Zion Nationalpark, Diesen erreichten wir via US-89 und UT-9 nach etwas mehr als einer halben Stunde. Am Osteingang zeigten wir erneut unseren America the Beautiful-Jahrespass und konnten direkt durchfahren. Ohne Jahrespass kostet der Eintritt 30 USD pro Fahrzeug und gilt für eine Woche. Der Zion Nationalpark hat eine Fläche von 579 km2 und wir durchquerten den Park auf dem rund 12 Meilen langen Zion - Mount Carmel Highway. Dieser führte uns auf geschwungenen Strassen an hohen Felswänden in den unterschiedlichsten Rot- und Rosatönen vorbei und durch einen langen Tunnel, in welchem es wirklich zappenduster war. Bei der Canyon Junction trafen wir auf die zweite Strasse, welche durch den Park führt, dem Zion Canyon Scenic Drive. Der Scenic Drive ist jedoch von Frühling bis Herbst nur per Shuttlebus befahrbar.

Wir verliessen den Nationalpark durch den Süd-Ausgang und erreichten nur wenige Minuten später unser Hotel Quality Inn at Zion Park in Springdale, UT. Da wir das Hotel bereits vor einigen Monaten gebucht hatten, bezahlten wir ein vernünftigen Preis. Der Empfang war sehr freundlich und als wir den Zimmerschlüssel überreicht bekamen, erhielten wir den Hinweis, dass unser Zimmer sogar eine kleine Terrasse vor dem Zimmer habe. Wir schleppten also unsere Koffer die schmale Aussentreppe hinauf und sahen dann auch sofort die beworbene Terrasse - vor der Zimmertür standen in einer Ausbuchtung im Hotel-Aussengang ein kleiner Tisch und zwei Stühle :-) Unser Zimmer war etwas dunkel, aber sonst ganz nett eingerichtet und hatte sogar eine halbes Sofa drin. Hinter dem Hotel hatte es einen gut besuchten Pool da das Quality Inn neben Hotelzimmern auch noch Camping-Stehplätze vermietete. 

Springdale, UT, ist ein kleiner Touristenort mit knapp 600 Einwohnern und wurde 1962 gegründet. Aufgrund seiner direkten Nähe zum Zion Nationalpark bietet der Ort trotz seiner Grösse eine breite Auswahl an Hotels und Restaurants. Wir studierten deshalb kurz Google Maps und brachen danach zu Fuss zu unserem ausgewählten Restaurant Zion Canyon Brew Pub auf. Das Brauerei-Restaurant lag eine halbe Meile entfernt und es hatte, für Amerika eher ungewöhnlich, einen durchgehenden Bürgersteig bis dort hin. Das Restaurant liegt etwas zurück versetzt und hat eine wunderbare Terrasse auf der Rückseite des Hauses. Wir bestellten uns den Hackbraten und einen Burger und beides war sehr ansprechend präsentiert und schmeckte auch gut. Der krönende Abschluss war der Bread'n'Butter-Pudding, welchen wir glücklicherweise zum teilen bestellt hatten - die Portion war riesig :-) Aber zum Glück konnten wir noch einen kleinenSpaziergang zurück zum Hotel machen. 

Hotel:  Quality Inn at Zion Park, 479 Zion Park Blvd., Springdale, UT 84767
             Bewertung bei Tripadvisor
             Gebucht bei www.hotels.com

Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe des Hotels:   --

Restaurant:   Big John's Texas BBQ, 153 S. Lake Powell Boulevard, Page, AZ 86040 (Mittagessen)
                        Bewertung bei Tripadvisor
                        Zion Canyon Brew Pub, 95 Zion Park Boulevard, Springdale, UT 84767 (Abendessen)
                        Bewertung bei Tripadvisor

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