Das Frühstück im Creekside Inn Hotel bot ein etwas grössere Auswahl als das üblichen Motelketten-Angebot. So gab es neben Porridge, Speck und Eiern frische Pancakes, Bagels und es wurden laufend frische Muffins gebacken. Diese waren wirklich lecker und es blieb nicht nur bei einem einzelnen Küchlein.

Da wir heute durch das Death Valley fuhren kauften wir bei Vons einige Lebensmittel für ein Mittagspicknick und genügend Getränke und Wasser. Kurz nach Bishop, CA tankten wir noch einmal da es im Nationalpark zwar eine Tankstelle gab, diese aber sehr teuer war. Da es bereits unser zweiter Besuch im Tal des Todes war wussten wir, dass es dort sehr heiss werden konnte. Da es aber einige Restaurants im Park hatte, bunkerten wir im Gegensatz zu unserem letzten Besuch nicht mehr Unmengen von Wasser-flaschen welche wir noch Tage später mit uns rumkutschierten :-)

Wir bogen kurz nach Lone Pine, CA, auf die CA-136 Richtung Osten ab. Nach rund 18 Meilen wechselten wir auf die CA-190, welche uns direkt in und durch den Death Valley National Park brachte. Dieser Nationalpark hatte keinen typischen Parkeingang mit Rangerhäuschen. Die Gebühr von 25 USD pro Fahrzeug muss entweder beim Furnace Creek Visitor Center, Furnace Creek Campground Kiosk oder an der Stovepipe Wells Ranger Station beglichen werden und ist 7 Tage lang gültig. Da wir ja von unserem letzten Besuch noch einen gültigen America the Beautiful-Pass hatten reichte es, dass wir diesen sichtbar an den Rückspiegel hängten. Der America the Beautiful-Pass kann übrigens ebenfalls im Visitor Center erworben werden. Er kostet 80 USD und ist ein Jahr gültig. Falls Sie also mehrere Nationalpark besuchen wollen macht sich die Anschaffung schnell bezahlt.   

Eigentlich wollten wir dieses mal einen Abstecher zu Scotty's Castle machen.  Das in den 1920ern für rund 2,5 Millionen USD gebaute Anwesen liegt im nördlichen Teil des Nationalparks und gehörte nicht etwa einem Scotty sondern dem Millionär Albert Mussey Johnson. Der namensgebende Walter Scott bot Johnson Anteile an einer nicht vorhandenen Goldmine im Death Valley an. Der Schwindel flog zwar nach einem Besuch von Johnson im Death Valley auf, doch der gesundheitlich angeschlagene Millionär merkte, dass ihm das Klima und die Gesellschaft von Scott gut taten und so baute er auf Anraten seiner Frau Bessie eine Ferienresidenz. Da es jedoch gegen Ende der Bauzeit zum grossen Börsencrash kam wurde das Anwesen nie ganz fertig-gestellt. Walter Scott, welcher ein eigenes Zimmer im Schloss hatte, erzählte gerne, dass ihm das Anwesen gehörte und er es aus den Erträgen "seiner" Goldmine finanzierte. Die Johnsons vererbten das Anwesen einer Stiftung und Walter Scott erhielt ein lebenslanges Wohnrecht. Als er 1954 starb, wurde er auf dem Hügel mit Blick über Scotty's Castle beerdigt. 1970 kaufte der National Park Service das Anwesen der Stiftung für 850'000 USD ab. Leider wurde jedoch nichts aus unserem Ausflug da die Strasse zu und Scotty's Castle am 18. Oktober 2015 nach heftigen Niederschlägen überschwemmt und stark beschädigt wurden. Der National Park Service geht davon aus, dass das Anwesen frühestens 2019 wieder besichtigt werden kann. 

Da wir dieses mal nicht noch einmal die gleiche Route wie bei unserem letzten Besuch durch den Park nehmen wollten, bogen wir rund 9 Meilen nach dem Stovepipe Wells Vilage auf die Daylight Pass Road (NV-374) Richtung Osten ab. Kurz nach dem Ausgang des Nationalparkes und 4 Meilen vor Beatty, NV, zeigte eine Tafel den Abzweiger zur Rhyolite Ghost Town an. Die heutige Geisterstadt entstand 1904 wie so oft nach einem Goldfund. Während der kurzen Blütezeit wohnten hier 10'000 Einwohner. Rhyolite war damit die drittgrösste Stadt in Nevada und hatte neben den 50 Goldminen je 3 Eisenbahnlinien, Zeitungen und Krankenhäuser. Daneben gab es eine Oper, ein Schwimmbad, mehrere Hotels und unzählige Saloons. Der Fall kam jedoch so schnell wie der Aufstieg. Bereits 1907 zeigte die Finanzkrise die ersten Auswirkungen. Bereits kurze Zeit später schlossen die ersten Minen, Banken und Zeitungen bis 1916 endgültig der Strom abgestellt wurde. Da viele Häuser aus Holz waren stehen diese heute nicht mehr. In der Rhyolite Ghost Town können jedoch noch die alten Steingebäude wie der Bahnhof und Teile einer Bank und dem Gefängnis angeschaut werden. Ebenfalls gut erhalten ist das 1906 erbaute Bottle House. Dies sicher auch dank der 1925 von Paramount Pictures durchgeführten Restauration. Das auffällige Haus besteht aus rund 50'000 zusammengefügten Flaschen welche hauptsächlich vom angrenzenden Saloon stammen.

Nach unserem Rundgang beschlossen wir auf dem Parkplatz Mittagspause zu machen und unserer Kühlbox zu plündern. Von unserem Stehplatz sahen wir direkt auf das Kunstwerk "Das letzte Abendmahl" des belgisch-polnischen Künstlers Albert Szukalski. Er lebte Ende der 1980er Jahre vorübergehend in Rhyolite und schuf während dieser Zeit diverse Geisterfiguren welche nun neben der Zufahrt zur Geisterstadt arrangiert waren. Einige Meter entfernt entdeckten wir noch weitere Kunstwerke von anderen Künstlern und so befanden wir uns also unverhofft im Goldwell Open Air Museum.

Als sowohl unser Hunger nach Sandwiches als auch nach Kunst gesättigt waren fuhren wir durch den kleinen Ort Beatty, NV, und von dort direkt auf die US 95 Richtung Süden. Wir hatten weitere 115 Meilen bis zu unserem Tagesziel Las Vegas, NV, vor uns. Die Strecke führte uns durch karge Landschaften vorbei an einigen Souvenirshops, da die sagenumworbene Area 51 in der Nähe war. Da das militärische Sperrgebiet regelmässig Inhalt von Verschwörungstheorien rund um Ausserirdische ist, gibt es in den Souveniershops alles Mögliche und Unmögliche mit Aliens drauf, drin und drumherum.

Nach knapp 2 Stunden erreichten wir unser Hotel in Las Vegas, NV, das SLS Las Vegas. Das Hotel liegt am nördlichen Ende des Strips und ist die Endstation der Monorail. Früher stand an diesem Ort das Sahara Hotel und Casino, welches im Mai 2011 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde. Nach dem 415 Millionen Dollar teuren Umbau wurde das Hotel als SLS Las Vegas im August 2014 wieder eröffnet. Als wir mit dem Auto in die Parkgarage des Hotels fuhren hörten wir ein lautes Brummen und unsere Fenster fingen an zu vibrieren. Als wir ausstiegen bebte sogar der Boden und das Brummen wuchs zu einem unfassbaren Lärm heran. Schnell war die Ursache gefunden... die Musik der Poolparty. Nachdem wir den ersten Schock überwunden hatten fragten wir beim Einchecken nach einem Zimmer welches so weit wie möglich vom Pool entfernt ist. Ja, ja, wir werden langsam alt :-)

In unserem Zimmer hörten wir dann tatsächlich kaum mehr etwas. Wie in Las Vegas üblich konnte das Fenster sowieso nicht geöffnet werden... bzw. nur ein Lüftungsspalt. Die Einrichtung war sehr modern und in Weiss gehalten, das Zimmer und Badezimmer selber jedoch klein. Durch die Spiegel an beiden Seiten des Zimmers wirkte es jedoch etwas grösser und reichte für die beiden gebuchten Nächte aus.

Nach dem Zimmerbezug ging es an den Strip. Die Temperatur war äusserst angenehmen für Las Vegas und so entschieden wir uns für einen Fussmarsch. Nach den ersten Abstechern in Souvenirshops und die Fashion Show Mall suchten wir ein Restaurant für's Abendessen. Nach längerem Suchen entschieden wir uns schlussendlich für Toby Keith's I love this Bar und Grill im Harrah's Casino. Für alle, die sich mit Country Musik nicht so auskennen... Toby Keith ist ein erfolgreicher Country Musiker und hat auch schon in ein paar Filmen mitgewirkt. Wir sind zwar nicht die riesigen Toby Keith Fans, doch wieso nicht einmal ausprobieren, ob er auch kochen kann :-) Ok, wir sahen Toby nur auf unzähligen Fotos im Restaurant und als Pappfigur im angegliederten Fanshop, aber das Essen war überraschend gut. 

Trotz dem üppigem Abendessen wählten wir für den Rückweg die Monorail-Bahn, welche direkt hinter unserem Hotel die Endstation hat. Da wir noch nicht wussten, ob wir morgen noch einmal mit der Bahn fuhren, lösten wir nur ein One-Ride-Ticket für 5 USD pro Person. Für 7 USD mehr gibt es ein 24 Stunden-Ticket für eine unlimitierte Anzahl Fahrten mit der Monorail. Als wir rund eine halbe Stunde später bequem unser Hotel erreichten war zum Glück die Poolparty vorbei - einer ruhigen Nacht stand also nichts mehr im Weg. 

Hotel:  SLS Las Vegas, 2535 South Las Vegas Blvd., Las Vegas, NV 89109
             Bewertung bei Tripadvisor
             Gebucht bei www.hotels.com
             
Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe des Hotels:   Diverse Malls wie zum Beispiel The Shops at Crystals, The Forum Shops at Ceasars

Restaurant:   Picknick in der Rhyolite Ghost Town (Mittagessen)
                        Toby Keith's I love this Bar and Grill, 3475 Las Vegas Blvd South, Harrah's Las Vegas, Las Vegas, NV 89109 (Abendessen)
                        Bewertung bei Tripadvisor

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