Im Blue Swallow gibt es zwar kein Frühstück, doch kann man sich in der Lobby einen Kaffee holen und noch einige Worte mit den Besitzern plaudern. Sie haben ein paar schöne Souvenirs, so kann man zum Beispiel den Schlüsselanhängers seines Zimmers als Andenken kaufen.

Wir haben nur wenige Meter weiter auf der anderen Strassenseite bei Kicks on Route 66 gefrühstückt und einige bekannte Gesichter gesehen, welche gestern ebenfalls im Blue Swallow übernachtet hatten. Wir bestellten uns Porridge mit Sultaninen und Zimtzucker und ein deftiges Käseomelette mit Speck und Rösti.

Gestärkt verliessen wir Tucumcari, NM, und fuhren zuerst ein Stück auf der I-40 Richtung Osten. Bei San Jon, NM, verliessen wir die Interstate wieder und folgten der Route 66 bis zur Grenze nach Texas. Das Teilstück führte uns unter anderem über Schotterpisten durchs Niemandsland...

wir sahen sogar Schildkröten, Hasen, Streifenhörnchen, Heuschrecken, Roadrunner und diverse Vogelarten. Es macht den Anschein, als ob sich hier die Natur wieder ein Stück zurück holt.

Auf dieser Strasse kamen wir schlussendlich nach Glenrio. Die Grenzstadt zwischen New Mexico und Texas hatte ab den 1920ern ihre beste Zeit und konnte ein Restaurants, Tankstellen, mehrere Geschäfte und sogar ein Hotel vorweisen. Als Glenrio 1973 mit der Interstate umfahren wurde, fehlte dem Ort beinahe über Nacht die Einnahmequelle und die Einwohner verliessen den Ort. Heute gilt Glenrio als Geisterstadt, bei der Volkszählung im Jahr 2000 wurden noch ganze 5 Einwohner gezählt. Neben einem neueren Gebäude auf dem Hügel gibt es hier nur noch verlassenen Gebäude und Tankstellen. Aus der Nähe kann man sich diese jedoch nicht anschauen, da lautes Hundegebell deutlich machte, dass hier kein Besuch erwünscht ist.

Kurz nach Glenrio mussten wir wieder auf die Interstate zurück da die Route 66 nicht mehr weiter ging. Bereits 24 Meilen später ging es jedoch wieder kurz auf die Route 66 zurück. Wir machten einen Kuchenhalt im Midpoint Cafe in Adrian, TX. Das Cafe stand Pate für das Flo's V8 Cafe im Animationsfilm Cars. Es besticht mit der schönen Einrichtung und den wunderbaren Ugly Crust Pies. Ausserdem gibt es einen grossen Souvenirshops und eine nette Plauderei mit dem Besitzer. Der Ort Adrian, TX, ist eher unscheinbar und teilt sein Schicksal mit vielen Städten an der Route 66. Es stehen einige Tankstellen und Gebäude leer und die guten Zeiten scheinen doch eine Weile her zu sein. Adrian, TX, wirbt vor allem mit seiner Lage auf der geografischen Mitte der Route 66. Chicago, IL und Los Angeles, CA sind von hier beide 1'139 Meilen entfernt.

Zu Beginn der zweiten Hälfte der Route 66 fahren wir an diversen verlassenen Tankstellen und Restaurants vorbei. Viele Orte versuchen mit ein wenig Route 66-Charme wenigstens einige Touristen anzulocken. Wie zum Beispiel in Vega, TX, hier wurde die Magnolia Tankstelle restauriert. Nach rund 25 Meilen fahren wir an der Cadillac Ranch vorbei, welche erstaunlicherweise kaum beworben wird. Dieses Mal war der Boden um die Fahrzeuge jedoch leider ganz matschig und so konnten wir unserer Kreativität mit der Spraydose leider keinen freien Lauf lassen.

Nur wenige Meilen später erreichten wir Amarillo, TX. Hier starteten wir zur grossen Einkaufstour... Erster Halt war Cavender's, ein Cowboy Boots und Western Wear Store, welcher direkt neben der I-40 liegt. Die Auswahl ist enorm und so wurden schon bald Boots, ein Gürtel und die passende Gürtelschnalle in eine Tüte gepackt. Zweiter Abstecher war in die Westgate Mall. Hier machten wir zuerst einmal Mittagspause und haben sehr gut bei Charleys Philly Steaks gegessen. Danach ging die Shoppingtour in den Kaufhäusern Sears, Dillard's und JCPenney und den anderen Geschäften der Mall weiter.

Nach dieser langen Shopping-Pause mussten wir etwas Gas geben und verzichteten deshalb auf eine weitere Fahrt auf der Original Route 66. Wir verliessen deshalb Amarillo, TX, auf der I-40 und machten nur noch kurze Abstecher, wie etwa in Groom, TX. In diesem kleinen Örtchen gibt es gleich zwei Sehenswürdig-keiten. Zum einen das 1995 von einer Privatperson errichtete Giant Cross, ein 58 Meter hohes Kreuz, welches man schon von weitem sieht. Zum anderen den schiefen Britten-Wasserturm, welcher jedoch nur aus Werbezwecken schief steht. 

Der nächste Stopp war die Tankstelle in Alanreed, TX. Hier gibt es neben Benzin auch Getränke, Snacks, Wein, Bier und Souvenirs. Ausserdem ist das Travel Center auch gleich ein Motel, Campingplatz und eine Post, quasi All-in-One :-) Der kleine Ort scheint beinahe komplett verlassen und hat gemäss eigenen Angaben mehr Hunde als Einwohner...

Die nächsten zwei Schlenker machten wir ebenfalls bei Tankstellen. Beide sind jedoch heute nicht mehr in Betrieb, dafür sehr schön restauriert. Die erste der beiden steht in McLean, TX. Die ehemalige Phillips 66 Tankstelle wurde 1929 eröffnet und war über 50 Jahre geöffnet. 1992 wurde sie als erste Tankstelle an der Route 66 restauriert und ist seitdem ein beliebtes Fotomotiv. Ebenfalls sehr gern fotografiert wird die Conoco Tower Station und U-Drop Inn Café in Shamrock, TX. Das Gebäude wurde 1936 im Art-Deco-Stil errichtet und sollte ursprünglich eine Tankstelle, ein Restaurant und einen Shop beherbergen. Der Shop wurde jedoch nie eröffnet und die Fläche diente als zusätzliche Sitzfläche für's Restaurant. Das Gebäude wurde 1999 von der First National Bank of Shamrock gekauft und der Stadt geschenkt. Nach Abschluss der aufwändigen Restaurierung im Jahr 2003 wird das U-Drop Inn heute als Handelskammer, Gemeinde- und Besucher-Zentrum genutzt.

Rund 15 Meilen später liessen wir Texas hinter uns und fuhren durch das kleine Grenzörtchen Texola, OK. Bei der letzten Volkszählung meldeten sich hier noch 36 Einwohner und man könnte den Ort auch gut als Geisterstadt bezeichnen. Lediglich im Water Hole #2 scheint es noch Leben zu geben..  zumindest lassen dies die Pflanzen und die Hunde vor der Türe erahnen.

Für die letzte Etappe von heute nahmen wir wieder die I-40 unter die Räder. Wir fuhren gute 40 Meilen bis nach Elk City, OK. Die Stadt mit über 10'000 Einwohnern liegt direkt an der Route 66 und hat ebenfalls ein Route 66 Museum. Dieses ist mit einer riesigen Route 66-Tafel an der Strasse kaum zu übersehen und trägt sogar den Namen "National Route 66 Museum". Es gehört zu einem Museumskomplex mit drei weiteren Museen. Durch den Mix der verschiedenen Baustile sieht das Museum eher wie ein Vergnügungspark aus. Der Eintritt zu allen vier Museen kostet USD 5.00 (Stand April 2016) und es ist täglich bis 17.00 Uhr geöffnet. Da wir durch den langen Aufenthalt in Amarillo zu spät dran waren mussten wir leider auf einen Besuch verzichten.

Unser Hotel in Elk City, OK, war quasi eine Premiere. Wir haben das erste Mal in einem Sleep Inn & Suites gebucht. Da die Übernachtung zu den günstigsten auf unserer Reise zählte, hatten wir gewisse Bedenken. Doch diese stellten sich als unbegründet heraus. Das Hotel war einwandfrei, die Zimmer geräumig und modern eingerichtet. Für's Abendessen gingen wir zu Fuss zum benachbarten italienischen Restaurant Roma's. Das Essen war gut und wir staunten nicht schlecht, als unser Kellner auf Deutsch ansprach. Er hatte einige Zeit in der Schweiz und Deutschland gelebt und freute sich, dass er die Sprache wieder einmal einsetzen konnte.

Hotel:   Sleep Inn & Suites, 2710 E. Highway 66, Elk City, OK 73644
              Bewertung bei Tripadvisor
              Gebucht bei www.hotels.com

Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe des Hotels:   Walmart (1,9 Meilen)

Restaurant:   Kix on 66, 1129 East Historic Route 66, Tucumcari, NM 88401 (Frühstück)
                        Bewertung bei Tripadvisor
                        Charleys Philly Steak, Food Court Westgate Mall, 7701 Interstate 40 West, Amarillo, TX 79121 (Mittagessen)
                        Bewertung bei Tripadvisor
                        Roma's, 2700 E. Highway 66, Elk City, OK 73644 (Abendessen)
                        Bewertung bei Tripadvisor

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