Wir wurden heute unsanft geweckt. Ein früherer Gast hatte den Wecker auf 04.00 Uhr gestellt. Was für ein Scherzkeks... Zum Glück konnten wir nach diesem Schreck noch einmal etwas schlafen.

Wir standen dann auch früh auf und frühstückten im Innenhofe des Hotels. Zum Glück hatte es auch im Freien einige Tische, der Frühstücks-raum roch etwas muffig. Die Auswahl auf dem Buffet war jedoch ansprechend und so starteten wir gestärkt in den Tag.

Wir durchquerten die Insel um uns das Hotel del Coronado anzuschauen. Der markante Holzbau aus dem Jahr 1888 war bei seiner Eröffnung das grösste Hotel der Welt und hatte bereits elektrisches Licht. Seit 1977 steht das Luxushotel unter Denkmalschutz. Das beeindruckende Haus war schon öfters in Filmen zu sehen. Kein Wunder, mit seiner direkten Lage am Meer ist es wirklich eine wahre Traumkulisse.Der wohl bekannteste

Film ist wahrscheinlich "Manche mögen's heiss" mit Marilyn Monroe, Toni Curtis und Jack  Lemmon in den Hauptrollen. Wer es lieber etwas gruseliger mag sollte im Hotel del Coronado das heutige Zimmer 3358 buchen. In diesem Zimmer, früher war es die Nummer 304, starb zwei Jahre nach der Eröffnung eine Frau namens Kate Morgan. Die Untersuchungen ergaben Selbstmord als Todesursache und seitdem berichten mehrere Zeugen von schwebenden Gegen-ständen und flackerndem Licht.

Wir verliessen die Insel über die San Diego Coronado Brücke und machten einen Abstecher ins historische Gaslamp Quarter von San Diego, CA. Der alte Stadt-kern mit den schön renovierten Häusern ist heute vor allem ein Vergnügungsviertel mit diversen Hotels, Geschäften, Bars und Restaurants. Seinen Namen hat das Quartier von den dekorativen Gaslampen, welche hier in grosser Anzahl stehen.

Auf der CA-94 fuhren wir aus San Diego, CA, heraus und wechselten auf die I-8. Diese verliessen wir an der Ausfahrt 40 wieder und bogen wir auf die CA-79 ab. Die Passstrasse führte uns durch den Cuyamaca Rancho State Park und am Lake Cuyamaca vorbei. Auch diesem Stausee, welcher San Diego, CA, mit Wasser versorgt, sieht man deutlich an, dass in Californien seit Monaten eine grosse Trockenheit herrscht. Der See wird ausserdem als Naherholungsgebiet und zum fischen genutzt. Mit jährlich tausenden ausgesetzten Forellen ist die Chance auf einen Fang auch gross ;-)

In der Zwischenzeit war es Mittag und es meldete sich der Hunger. Da auf der Karte kein grösserer Ort erkennbar war, machten wir uns eigentlich keine grosse Hoffnung, in den nächsten paar Meilen eine Auswahl an Verpflegungsmöglichkeiten zu finden. Doch welche Überraschung... als wir im Navigationsgerät nach Restaurants in der Umgebung suchten erschien eine ganze Liste. Einige Meilen vor uns lag Julian, CA - ein kleiner historischer Ort mit rund 1'500 Einwohnern. Da hier viele Äpfel angebaut werde ist Julian, CA, berühmt für seinen Apple Pie. Dies erklärt auch die überdurchschnittliche Anzahl Restaurants und Bäckereien. Wir entschieden uns für das Rongbranch Restaurant und bestellten uns Sandwiches, Chili und Salat. Die Wartezeit auf das Essen konnten wir im integrierten Souvenirshop überbrücken. Das Essen war in Ordnung aber nichts Spezielles. Wir verzichteten deshalb in diesem Restaurant auf einen Nach-tisch und suchten bei Tripadvisor nach einer Alternative.

Diese fanden wir nach einem kurzen Bummel durch das Örtchen in der Julian Pie Company. Die kleine Bäckerei liegt etwas zurück versetzt unter Bäumen an der Hauptstrasse. Auf der Karte standen diverse Pies und andere Backwaren. Wir entschieden uns für zwei verschiedene Pies und krönten diese mit Eis und Sahne. Es gab zwar einige Sitzplätze im Innern des Häuschens doch wir bevorzugten die schöne schattige Terrasse und genossen den wunderbaren Kuchen.

Nach diesem süssen Abschluss ging die Fahrt auf der CA-78 weiter Richtung Osten. Auf der folgenden Meilen durch den Anza-Borrego Desert State Park waren wir fast alleine. Erst nach rund 51 Meilen später, nachdem wir in die CA-86 N einbogen, sahen wir wieder mehr Autos. Dieser Streckenabschnitt führte uns am Saltonsee entlang. Der See sah aus der Ferne sehr idyllisch aus, die Hügel spiegelten sich sanft im Wasser. Mit bis zu 1'000 km2 ist der Saltonsee der grösste See Kaliforniens. Er entstand 1905 durch eine Überflutung bei einem Dammbruch. Als wir an einer Tankstelle hielten, sahen wir auf der gegenüberliegenden Seite diverse Strassenschilder jedoch kaum Häuser. Wir überquerten die Strasse und sahen uns dort etwas um. Es schien, als wäre hier einmal ein grösserer Ort gewesen. Die spätere Internet-Recherche hat dies dann bestätigt. Saltonsee wurde in den 1920er ein beliebter Ausflugsort und es entstanden einige Siedlungen mit diversen Hotels. Da das Ökösystems des künstlichen Sees jedoch sehr sensibel ist und der Salzgehalt durch Überdüngung durch die umliegenden Land-wirtschaftsbetriebe überdurchschnittlich hoch ist, gab es immer wieder verendete Fische und Vögel. Dies hatte zur Folge, dass immer mehr Touristen ausblieben, die Hotels geschlossen und diese und Privathäuser verlassen wurden.

Nach unserem kurzen Abstecher in die gespenstisch verlassenen Strassen von Salton City wendeten wir rasch und fuhren weiter auf der CA-86 Richtung Norden. Dabei hätten wir besser die Autofenster geschlossen gehalten da ein ekliger Gestank in der Luft lag welcher ebenfalls vom See verursacht wurde.  Bei Mecca, CA, wechselten wir auf die Box Canyon Road und folgten dieser durch immer karger werdende Landschaft. Wir überquerten die I-10 und waren bald darauf im Cottonwood Visitor Center des Joshua Tree National Parks. Da wir 2016 bereits den Besuch einiger Nationalpärke geplant haben kauften wir gleich einen Jahrespass für 80 USD, der Einzeleintritt für 7 Tage hätte 20 USD pro Fahrzeug gekostet. Man merkte, dass der Ranger, welcher uns den Jahrespass verkauft hat, seinen Job liebte. Mit grosser Leidenschaft erklärte er alle Details und wie wir den Pass an den Rückspiegel des Autos hängen und auch wieder wegnehmen sollen :-)

Bei unserem letzten Besuch des Nationalparks im Jahr 2013 besuchten wir lediglich den oberen Teil des Parks. Dieses Mal fuhren wir einmal komplett von Süden nach Norden. Im unteren Teil des Parks sahen wir neben den namensgebenden Joshua Trees noch weitere Pflanzen. Als erstes fielen uns die Ocotillos auf. Der Strauch besteht aus vielen Stengeln mit Dornen und wird bis zu 9 Meter hoch. Ausserdem gab es verschiedene Arten von Cholla Kakteen. Diese waren zum Teil noch kleine Sträucher mit kleinen weisslichen Kugeln dran, teilweise waren es bereits bis zu 3 Meter hohe Bäume mit mehreren Ästen. Im oberen Teil des Parks waren dann wieder vor allem die Joshua Trees präsent.

Unser Tagesziel Twentynine Palms, CA lag direkt am Nordausgang des Joshua Tree Nationalparks. Die Stadt mit etwas über 25.000 Einwohner liegt mitten in der Mojave-Wüste. Dies merkten wir deutlich als wir vor dem Holiday Inn Express & Suites aus dem Auto stiegen. Es war bereits kurz vor 18.00 Uhr doch die Luft brannte immer noch. Wir huschten schnell ins klimatisierte Hotel und ignorierten die Gesundheitswarnung im Eingang :-) Unser Zimmer war geräumig, ruhig und ansprechend eingerichtet - ein typisches Holiday Inn Express-Zimmer.

Aufgrund der Tripadvisor-Beurteilungen fuhren wir für's Abendessen zum Restaurant at the 29 Palms Inn. Wie es der Namen schon erahnen lässt, kann man hier nicht nur essen sondern auch übernachten. Wir haben uns jedoch aufgrund der Fotos in Tripadvisor nur für's Essen entschieden und haben dies nicht bereut. Das hübsche kleine Restaurant bietet zusätzlich zu den Innenplätzen einige Tische rund um den Pool. Für diese war es jedoch leider viel zu heiss. Wir bestellten Chai Chicken und Tagliatelle Carbonara und beides schmeckte vorzüglich. Der bestellte Nachtisch war dann leider nur noch ok, das Restaurant ist jedoch trotzdem sehr zu empfehlen.

Als wir das Restaurant nach gut einer Stunde verliessen war die Hitze immer noch unvorstellbar... Wir fuhren deshalb direkt dem Sonnenuntergang entgegen und zum klimatisierten Hotelzimmer zurück :-)

Hotel:  Holiday Inn Express & Suites, 72535 Twentynine Palms Hwy, Twentynine Palms, CA 92277
             Bewertung bei Tripadvisor
             Gebucht bei www.ihg.com bzw. www.ihg.com/hotels/us/en/global/offers/programs/auto mit AAA-Rabatt
             Mitglieder des IHG Rewards Club können pro ausgegebenen USD eine Miles & More-Flugmeile sammeln.

Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe des Hotels:   Dollar General (0,2 Meilen)

Restaurant:   The Rongbranch Restaurant, 2722 Washington Street, Julian, CA 920136 (Mittagessen)
                        Bewertung bei Tripadvisor
                        Julian Pie Company, 2225 Main Street, Julian, CA 92036 (Nachtisch Mittagesen)
                        Bewertung bei Tripadvisor
                        The Restaurant at the 29 Palms Inn, 73950 Inn Avenue, Twentynine Palms, CA 92277 (Abendessen)
                        Bewertung bei Tripadvisor

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